Während heutzutage auf der Erzeugungsseite Kraftwerke zu- bzw. abgeschaltet werden, um die benötigte Last abzufahren, sollte in der Zukunft bei einem stärkeren Anteil der volatilen Einspeisung (Wind, Wasser und Fotovoltaik) auch die Verbraucherseite an der Stromerzeugung angepasst werden können. Hierbei handelt es sich um das Lastmanagement, welches verschiebbare Verbraucher (Kühlschränke, Heizungen, Waschmaschinen, etc.) aus Zeiten der geringen Stromerzeugung (nächtliche Windflaute) in Zeiten mit hoher Einspeisung (viel Wind und Sonne) verschiebt.
Dazu bieten sich fast alle Verbraucher mit Umwandlung von elektrischer Energie in Wärme an. Durch kurzes Abschalten der Kühlung eines Kühlschranks kann die Last innerhalb des Zeitfensters minimiert werden, ohne dass die Kühlkette unterbrochen wird. Auch das kurze Abschalten von elektrischen Heizungen (Nachtspeicher) führt nicht umgehend zu einer fühlbaren Senkung der Temperatur, da die Wärme im Raum gespeichert wird. Bei industriellen Prozessen mit Wärme ist dies nur bedingt möglich.
Der
deutsche Lastgang kann in drei Verbrauchsbereiche (Haushalte, Heizung
und Industrie/Gewerbe) unterteilt werden. Diese Verbrauchsbereiche
zeichnen sich durch unterschiedliche Tagesgangverläufe aus. In der
unten aufgeführten Tabelle wurde für eine spezifische Stunde im Jahr
der Gesamtverbrauch (2.146,1 MW) auf die entsprechenden
Verbrauchsbereiche unterteilt. Der Anteil der verschiebbaren Last
basiert auf den Angaben der Studie "Vision 2030
Der Weg zum Energieland Rheinland-Pfalz", welche von der FHTW im Auftrag der JUWI Gruppe erstellt wurde.
In den Simulationen wird davon ausgegangen, dass so in jeder Stunde zwischen Oktober und April 10 % des stündlichen Verbrauchs verschoben werden können. Außerhalb der Heizperiode (April bis Oktober) sinkt dieser Wert auf 5 % des stündlichen Stromverbrauchs, da die Last der Verbrauchsgruppe „Heizung“ stark sinkt.







