Energiekonzept 2025 - Deutschland wird unabhängig

Mit dem Einsatz von konventionellen Kraftwerken wird die Stromversorgung in Deutschland zu mehr als 84% gedeckt. Dabei werden mehr als 45% der Stromerzeugung auf kohlebasierenden und nochmals ca. 11,4% auf erdgasbasierenden Technologien erzeugt.

Der Energiesektor ist mit einem Anteil von 44% in Deutschland größter Verursacher von CO2 Emission und maßgeblich entscheidend für die Einhaltung klimapolitischer Ziele der Bundesregierung. Unter dem Aspekt stärkeren Interesses und Wissens der Bevölkerung am Klimawandel und deren Folgen, gestalten sich Investitionen im konventionellen Energiesektor schwierig.

Die Stromwirtschaft argumentiert deshalb seit längerer Zeit, dass durch fehlende Investitionen im konventionellen Energiesektor eine Energielücke entstünde, welche die Versorgungssicherheit gefährden könnte. Investitionen in Erneuerbare Energien im Stromsektor würden die fehlenden Leistungskapazitäten nur „scheinbar“ ersetzen, denn aufgrund ihres teilweise stark volatilen Einspeiseverhaltens (insb. Windenergie) seien die nötigen Vorraussetzungen für eine gesicherte Leistung nicht erfüllt.  

Ziel der Arbeit ist es diesen Vorbehalt zu entkräften. Hierzu werden für ausgewählte Bundesländer Zeitreihen auf stündlicher Basis für die elektrische Energieversorgung entwickelt. Mit Hilfe dieser Betrachtung soll nachgewiesen werden inwieweit eine sichere Stromversorgung auf nahezu vollständiger Basis Erneuerbarer Energien möglich ist. Als Zeitpunkt für die Simulationsberechnung wird das Jahr 2025 gewählt um einen realistischen Zeitraum für die notwendige Umgestaltung des Kraftwerkspark zu berücksichtigen.

Ein weiteres Argument der Stromwirtschaft gegen einen möglichen Umbau der Energieversorgung bezieht sich auf die hierfür erforderlichen Netzkapazitäten um die dezentrale regenerative Einspeisung über große Entfernungen zu ermöglichen. Um dieses Argument zu entkräften werden die Berechnungen auf der Ebene einzelner Bundesländer autark durchgeführt. Da in der heutigen Stromwirtschaft eine Vernetzung aller Bundesländer vorhanden ist, führt diese Annahme in den Simulationen zu einer anspruchsvolleren Herausforderung. 

Um die unterschiedlichen Voraussetzungen einzelner Regionen, wie zum Beispiel höheres Windpotenzial in Norddeutschland oder bessere Sonneneinstrahlung in Süddeutschland zu berücksichtigen, sind folgende Bundesländer betrachtet worden.

•    Mecklenburg-Vorpommern
•    Brandenburg
•    Sachsen-Anhalt
•    Hessen
 

Im ersten Ansatz der Simulation wird versucht auf konventionelle Kraftwerke in diesen Bundesländern vollständig zu verzichten. Es ist davon auszugehen, dass bis 2025 ein stark verringerter fossiler Kraftwerkspark innerhalb Deutschlands noch existiert. Daher soll in einem zweiten Ansatz das Zusammenspiel der Erneuerbaren Energien mit dem verbleibenden fossilen Kraftwerkspark simuliert werden. Der dritte und letzte Ansatz widmet sich der Frage, inwieweit eine Vernetzung der betrachteten Bundesländer eine Reduktion von Maßnahmen aus dem ersten Ansatz (z.B. Größe des Energiespeichers) und eine Erhöhung der Versorgungssicherheit zur Folge hätte.





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